Ängste und Phobien
Allgemein
Angst begleitet sehr viele psychische Störungen. Wenn Angst das Krankheitsbild bestimmt, spricht man von einer Angststörung. Sofern diese Angst auf bestimmte Dinge oder Situationen bezogen ist, bezeichnet man dies als eine Phobie.
Angststörungen und Phobien kommen in der Bevölkerung recht häufig vor und man geht davon aus, dass aktuell ca. 9% aller Deutschen daran leiden.
Symptome
Angst ist immer ein körperliches und seelisches Symptom zugleich.
Ausdrucksweisen von Angst sind:
• Herzklopfen
• zugeschnürte oder trockene Kehle
• motorische Unruhe
• Zittern
• kalter Schweiß
• Harndrang
Arten von Angst
Es werden folgende Arten von Angst unterschieden. Dabei können die Angstzustände mit oder ohne Panikreaktion auftreten.
• Generalisierte Angststörung
Diese Art der Angst ist eine dauerhafte Angststörung, die nicht auf bestimmte Objekte oder Situationen bezogen ist. Vielmehr ist es eine generelle Sorge bzw. Befürchtung vor zukünftigen Unglücksfällen oder Erkrankungen, für die es keine wirkliche Begründung gibt. Diese oftmals allzeits gegenwärtige Furcht kann sich auf die eigene Person oder auf Angehörige beziehen.
Der Erkrankte kann sich nur kurzfristig von dieser Angst ablenken oder distanzieren und ist einen Großteil seiner Zeit in seinem ängstlichen Gedankengängen regelrecht gefangen.
Es zeigen sich dabei folgende typische Symptome:
• Motorische Spannung, die durch Zittern, Muskelanspannung und Ruhelosigkeit gekennzeichnet ist.
• Unkontrollierbare Übererregbarkeit, die sich durch Beklemmungsgefühle, Schwitzen, Mundtrockenheit und Schwindel äußert.
• Übermäßige Wachsamkeit und erhöhte Aufmerksamkeit, die sich durch ein Gefühl der Anspannung, übermäßige Schreckhaftigkeit, Ein- oder Durchschlafstörungen und erhöhte Reizbarkeit äußert.
Im mitteleuropäischen Raum wird die Anzahl unter generalisierter Angststörung leidenden Bevölkerungsgruppe zwischen 1 bis etwa 10 % angegeben, wobei in den meisten Studien der Anteil des weibliche Geschlecht überwiegt.
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• Agoraphobie

Agoraphobie bedeutet wörtlich übersetzt "Platzangst". Die betroffenen Personen haben z.B. Angst über eine Straße, einen freien Platz oder durch einen leeren Saal zu gehen. Auch die Klaustrophobie (=Angst vor engen oder geschlossenen Räumen) gehört zu dieser Kategorie.
Die Agoraphobie wird bei 95% der Betroffenen von einer Panikstörung begleitet. Im Vergleich zu anderen Angsterkrankungen ist die Agoraphobie in Deutschland eher selten vertreten. Bei Erhebungen innerhalb eines Jahres wird die Erkrankung bei ca. 3 % der Frauen und bei ca. 1 % der Männer diagnostiziert.
Meist beginnt eine Agoraphobie zwischen dem 20ten und dem 30ten Lebensjahr.
Ursache kann das Erleben eines traumatischen Ereignisses sein, z.B. der Tod eines nahestehenden Menschen, Trennung, Verlust der Arbeitsstelle, u.v.m..
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• Soziale Phobie
Soziale Phobie wurde früher als "Angst vor anderen Menschen", "Versagensangst" oder "krankhaftes Lampenfieber" bezeichnet. Es handelt sich um eine dauerhafte und unangemessene Furcht vor anderen Menschen.
Die Symptome werden meist durch gewöhnliche, zwischenmenschliche Situationen ausgelöst, mit denen wir laufend konfrontiert sind. Das sind nicht nur öffentliches Auftreten und Sprechen, Feste, Veranstaltungen, sondern auch private Gespräche und damit alltägliche soziale Kontakte. Dabei entsteht eine dauerhafte Furcht vor der Bewertung durch andere Menschen und damit verbunden die Angst zu versagen, sich lächerlich zu machen oder durch ungeschicktes Verhalten gedemütigt zu werden. Bei den Betroffenen entwickelt sich dadurch meist eine ausgeprägte Erwartungsangst und eine Vermeidungstendenz mit Rückzugs- und Isolationsgefahr.
Soziale Phobien sind häufiger als man glaubt. Ca. 7 und 16 % der deutschen Bevölkerung sind davon betroffen. Meist bleibt die Erkrankung unerkannt. In einigen Studien ist das Geschlechtsverhältnis ausgeglichen, in anderen führen Frauen bis fast um das Doppelte.
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• Spezifische Phobie
Eine spezifische Phobie ist eine dauerhafte, unangemessene Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen. Diese können so vielzählig sein, dass sie hier nicht alle genannt werden können. Als Beispiel werden folgend beispielhaft nur einige aufgezählt:
• Angst vor bestimmten Tieren
• Angst vor der Höhe
• Angst vor Erbrechen
• Angst vor Prüfungen
Auch hier sind die Folgen Erwartungsangst sowie Vermeidungstendenz mit Rückzugs- und damit Isolationsgefahr. "Klassische" spezifische Phobien sind die Höhenangst und die Angst vor Spinnen.
Spezifische Phobien sind zahlreicher als man denkt, zumal sie mitunter in leichterer Form kaum eingestanden und somit oftmals gar nicht bekannt werden. Die Untersuchungsdaten reichen von mehr als 4 bis zu rund 16 % der Bevölkerung in Deutschland. Frauen sind fast um das Doppelte häufiger betroffen.
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• Panikstörung
Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken, die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Innerhalb weniger Minuten steigert sich die Angst zu einem Höhepunkt. Oft entsteht dabei sekundär auch die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden.
Die Dauer einer Panikattacke schwankt von zwei bis drei Minuten bis hin zu einigen Stunden. Meist hält sie aber zwischen 10 und 20 Minuten an.
Die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben an einer Panikstörung zu leiden, liegt bei ca. 2%.
Frauen sind ungefähr doppelt so oft betroffen wie Männer.
Meist beginnt eine Panikstörung zwischen dem 20ten und 30ten Lebensjahr.
Als Ursache wird ein Zusammenwirken von genetischer Veranlagung und psychischen Belastungsfaktoren angenommen.
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Verhalten
Die Betroffenen leiden unter ihrem Verhalten, da sie wissen, dass ihre Angstreaktion übertrieben und unnötig ist.
Die Ausprägung von Phobien kann sehr unterschiedlich sein. Die Skala reicht von leichtem Unbehagen bis hin zur totalen Panik.
Typisch für eine Angststörung ist das Vermeidungsverhalten. Aus Erwartungsangst vor der nächsten Attacke (sozusagen "Angst vor der Angst") werden angstbesetzte Situationen vermieden. Durch dieses Ausweichen werden die Ängste mehr und mehr verstärkt und es kommt zum sozialen Rückzug und zu einer großen Beeinträchtigung der Lebensqualität.
Therapie
Hypnose hat verschiedene Ansatzpunkte, um Ängste abzubauen und ist bei Angstbehandlungen somit generell sehr gut einsetzbar.
Die nachweislich wirksamste Behandlung von Angststörungen ist die Expositionstherapie bzw. Konfrontationstherapie. Dabei wird der Betroffene mit dem jeweiligen Ort oder Objekt, das die Angst auslöst, konfrontiert.
In meiner Hypnotherapie nutze ich den Umstand, dass das Unterbewusste nicht zwischen Realität und Trance unterscheiden kann. So ist es möglich, die angstbesetzte Situation in Trance zu durchleben und dabei systematisch zu desensibilisieren, d.h. die übertrieben starken Gefühlsreaktionen zu verringern.
Die Dauer einer Angsttherapie mit Hypnose ist aufgrund ihrer sehr guten Wirkungsweise begrenzt, da sie oftmals schon nach relativ kurzer Zeit zum Erfolg führt. Ganz allgemein handelt es sich um eine Kurzzeittherapie, welche in der Regel zwischen zwei und fünf Therapiestunden (Doppelstunden - je nach Schweregrad bzw. Ausprägung der Erkrankung sowie Ansprechbarkeit des Klienten) andauert, wobei eine realistische Angabe bei drei Stunden liegt.
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